Mietminderung

Um welchen Betrag kann ich die Miete wegen eines Mangels mindern?
Die Höhe der Mietminderung richtet sich insbesondere nach der durch den Mangel eintretenen Minderung des Wohnwertes. Hierfür gibt es keine allgemeingültigen Regeln. Der Mieter kann die Miete je nach Umfang um 5 bis 100 % kürzen. Die Minderung der Miete betrifft aber nur die Netto-Kaltmiete (ohne Betriebskosten- und ohne Heizkostenvorschüsse bzw. -pauschalen). Problematisch ist insoweit nur die Höhe der Mietminderung.

Nachfolgende Minderungen wurden in Einzelfällen von Gerichten gewährt und stellen ausschließlich Richtwerte ohne Allgemeinverbindlichkeit dar.

A
Abflussstau (20 - 38 %)
Abgase in Nachbarschaft (20 %)
Antenne wird entfernt (5 %)
Asylbewerber in Nachbarschaft (0 %)
Aufzug fällt aus (7,5 - 10 %)
Außenanlage noch nicht fertig (10 %)

B
Badewanne unbenutzbar (14 - 20 %)
Badewanne rauh (3 %)
Badezimmerfliesen verschiedenfarbig (5 %)
Balkon unbenutzbar (3 - 15 %)
Baulärm im eigenen Haus (20- 60 % )
Baulärm vom Nachbargrundstück (10- 25 % )
Baugenehmigung fehlt (50 %)
Bauschutt lagert auf Mietgrundstück (10 %)
Beleidigung/ Bedrohung durch Hausmeister (10 %)
Beleuchtung im Treppenhaus defekt (1 %)
Bleigehalt im Wasser (5- 10 %)
Briefkasten fehlt (3 %)

D
Dach undicht (5 %)
Decke nicht tragfähig (30 %)
Diskothek lärmt (15- 30 %)
Dusche defekt (5- 15 %)

E
Einrüstung Gebäude wegen Bauarbeiten (5- 15 %)
Elektrizität totaler Ausfall (100 %)
Energiemehrverbrauch wegen alter Heizanlage (10 %)

F
Fahrstuhl fällt aus (7,5- 10 %)
Fenster undicht (5- 50 %)
Fenster luftdurchlässig (10 %)
Fenster getrübt oder blind (5- 10 %)
Fensterläden wurden entfernt (10 %)
Fernsehempfang schlecht oder gestört (5- 10%)
Feuchtigkeit in Wohnung (5- 50 %)
Fluglärm (10 %)
Formaldehyd- Belastung (25- 50 %)
Fußbodenkälte wegen mangelnder Dämmung (30 %)

G
Garage nicht nutzbar (100 %)
Garage lärmt nachts (10 %)
Garten nicht nutzbar (5- 10 %)
Gaststättenlärm (10- 20 %)
Gerüst wegen Bauarbeiten (5- 15 %)
Geruchsbelästigung (7- 12 %)
Glascontainer- Lärm nach 22.00 Uhr (5- 10 %)
Gegensprechanlage defekt (1- 5 %)

H
Hausmusik der Nachbarn (0- 20 %)
Haustür defekt (3 %)
Haustür fehlt (15 %)
Haustür nicht abschließbar (5 %)
Heizungsausfall im Winter (25- 100 %)
Heizung unzureichend (5- 30 %)
Heizkörper unterdimensioniert (5- 10 %)
Heizung mit Klopfgeräuschen (5- 20 %)
Hellhörigkeit der Wohnung (10 %)
Hochwasser nach Überschwemmung (100 %)
Hundekot im Treppenhaus (5- 20 %)

I
Isolierung mangelhaft (0 %)

K
Kakerlaken in Wohnung (10 %)
Kamin nicht nutzbar (5 %)
Kamin undicht (10 %)
Keller nicht nutzbar (5- 10 %)
Keller feucht (5- 10 %)
Kinderlärm (0- 10 %)
Kindergarten Lärmbelästigung (15- 20 %)
Kirchenglockenläuten (0 %)
Klavierspielen des Nachbars (20 %)
Küche unbenutzbar (50 %)
Küchenwand mit Schimmelbefall (10- 20 %)
Küchenherd / Backofen defekt (3- 5 %)

L
Lärmbelästigung wegen Bauarbeiten (15-60 %)
Lärmbelästigung durch Nachbarn (10- 20%)
Lärmbelästigung durch Gaststätte (10- 30 %)
Licht - fehlende Hausbeleuchtung (1 %)

M
Mäuse in der Küche (10 %)
Mobilfunksendeanlage nahe Wohnung (20 %)
Müllschlucker defekt (2,5 %)

N
Neubau noch nicht bewohnbar (100 %)
Neubau noch nicht fertig gestellt (10 %)
Nitratgehalt im Wasser zu hoch (10- 30 %)

O
Oberlichter nicht zu öffnen (10 %)

P
Parkettfußboden schadstoffbelastet (15 %)
Parkplatz nicht nutzbar (100 %)
Parkplatz weit entfernt (10 %)
Plattenbauten - typische Beeinträchtigungen (10 %)
Prostitution im gleichen Haus (10- 30 %)

R
Rattenbefall (100 %)
Renovierung unterlassen (20 %)

S
Sandkasten fehlt (5 %)
Sanitärinstallationen defekt (16- 38 %)
Schadstoffbelastung im Fußboden (15 %)
Schimmelbefall (10- 80 %)
Silberfischchen- Befall (15- 20 %)
Strom abgeschaltet (100 %)

T
Tanzschule im Haus (20 %)
Tauben verunreinigen Haus (5- 20 %)
Teppichboden feucht (50 %)
Teppichboden Stolpergefahr (5- 15 %)
Terrasse nicht nutzbar (15 %)
Tiefgaragenzufahrt stört (0- 10 %)
Toilette unbenutzbar (50- 80 %)
Toilettenabfluss verstopft (20- 50 %)
Toilette - unzureichender Wasserdruck (15 %)
Toilette mangelhaft entlüftet (5- 10 %)
Trittschalldämmung unzureichend (5- 20 %)

U
Überschwemmung Wohnung (50- 80 %)

W
Warmwasserausfall (10- 30 %)
Wärmeverlust wegen schlechter Isolierung (10 %)
Waschküchenbenutzung nicht möglich (5- 20 %)
Waschsalon im Haus (5- 20 %)
Wassereinbruch (40 %)
Wasserqualität unzureichend (5- 20 %)
Wohnfläche zu gering (0 %)
Wohnungsklingel defekt (3 %)
Wohnungstür fehlt (15 %)
Wohnungstür nicht verschließbar (5 %)

Z
Zugluft wegen schlechter Isolierung (10- 20 %)

Zeitmietvertrag

Wann kann ich einen Zeitmietvertrag schließen?
Die Vereinbarung einer Befristung eines Mietvertrages ist nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen zulässig:
Der Vermieter muss nach Ablauf der Mietzeit die Räume als Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Hausstandes (Definition wie beim Eigenbedarf) nutzen wollen, oder in zulässiger Weise die Räume beseitigen oder so wesentlich verändern oder instandsetzen wollen, dass die Maßnahmen durch eine Fortsetzung des Mietverhältnisses erheblich erschwert würden, oder Räume an einen zur Dienstleistung Verpflichteten vermieten wollen. Wenn eine dieser Voraussetzungen vorliegt kann der Mietvertrag nur dann befristet abgeschlossen werden, wenn der Vermieter dem Mieter den zutreffenden Grund ausführlich und detailliert bei Vertragsschluss schriftlich mitgeteilt. Dies erfolgt in der Regel durch Angabe des Befristungsgrundes im Mietvertrag.
Diese Einschränkungen gelten nicht bei Mietverhältnissen über Wohnraum, der nur zum vorübergehenden Gebrauch vermietet ist, Wohnraum, der Teil der vom Vermieter selbst bewohnten Wohnung ist und den der Vermieter überwiegend mit Einrichtungsgegenständen einzurichten hat, sofern der Wohnraum dem Mieter nicht zum dauernden Gebrauch mit seiner Familie überlassen oder mit Personen überlassen ist, mit denen er einen auf Dauer angelegten gemeinsamen Hausstand führt, Wohnraum, der sozialen Einrichtungen zur Weitervermietung an Personen mit dringenden Wohnbedarf oder Wohnrum in einem Studenten- oder Jugendwohnheim.
Liegen diese Voraussetzungen nicht vor oder fallen sie während des Laufes des Mietverhältnisses weg, handelt es sich automatisch um eine dauerhafte Vermietung.

Vorübergehender Gebrauch

Was bedeutet eine Vermietung zum vorübergehenden Gebrauch und was setzt diese voraus?
Die Vermietung einer Wohnung nur zum vorübergehenden Gebrauch setzt voraus, dass das Ende des Mietverhältnisses nach dem Gebrauchszweck entweder zeitlich genau feststellbar oder von einer konkreten Bedingung, deren Eintritt in der Zukunft gewiss ist, abhängig ist. Zum vorübergehenden Gebrauch ist eine Wohnung nur dann vermietet, wenn der Mieter die Wohnung nur zu einem gewissen Zweck für eine absehbare Zeit benötigt und nicht zum Mittelpunkt seiner Lebensführung machen möchte. Beispiele sind Ferienwohnungen, Wohnung während einer Montagetätigkeit oder des Kuraufenthaltes oder Wohnungen, die der Vermieter während einer längeren Reise vermietet.

Für Wohnraum, der nur zum vorübergehenden Gebrauch vermietet ist, gelten die Vorschriften über die Mieterhöhung (§§ 557 bis 561), den Mieterschutz bei Beendigung des Mietverhältnisses, sowie bei der Begründung von Wohnungseigentum (§ 568 Abs. 2, §§ 573, 573a, 573d Abs. 1, §§ 574 bis 575, 575a Abs. 1 und §§ 577, 577a) nicht.